Was Hunde bewirken können ...

Athos - Die Liebe meines Hundes ist die beste Medizin ♥ 

 

Als Athos am 31.12.2014 geboren wurde, hatte ich gerade 9 Tage zuvor meine Therapie abgeschlossen. Ich war überglücklich, dass dieses traurige Jahr mit der Krebsdiagnose ein so schönes Ende fand. Und voller Hoffnung und Vorfreude konnte ich das neue Jahr beginnen. Als Athos dann mit knapp 10 Wochen als Welpe zu uns kam, wurde mein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Ich hatte nun nach dem Krebs eine wirklich sinnvolle Aufgabe vor mir.  Die Spaziergänge mit meinem Zwerg taten meiner Seele und meinem Körper gut. Wir waren praktisch unzertrennlich, rund um die Uhr zusammen. Er schlief von Anfang an bei mir im Zimmer. Athos war nur drei Mal (als Welpe) am Weekend bei Golden Harmony, um zu lernen, mal ohne seine Leute zu sein. Oder vielleicht war es auch umgekehrt, wir mussten lernen, Zeit ohne Athos zu verbringen. Zusammen gingen wir in die Hundeschule, fuhren mit den ÖV, gingen gemeinsam in die Stadt oder auf den Pausenhof des Schulhauses. Ich nahm Athos überall mit, ich wollte ihm alles zeigen und mit ihm erlernen. Das Vertrauen zwischen Athos und mir wuchs mit jedem Tag. Er lernte aber auch länger alleine zu Hause zu bleiben, was er super machte. Sonst ist er immer mit dabei und wir nehmen ihn praktisch überall mit. Ob Restaurant, Hotel oder Ferienwohnung, es war von Anfang an problemlos. Am Wochenende war mein Mann Bruno für Athos zuständig. Schliesslich wollte auch er eine intensive Beziehung zu Athos aufbauen.  Aus unserem Zwerg wurde ein ganz toller, liebenswerter Hund, anhänglich, neugierig und auch ein kleiner Clown. Er macht uns sehr viel Freude. Die Zeit mit ihm geht so schnell vorbei und ist und bleibt sehr intensiv. Ich liebe es zu sehen, wie Athos jede Situation meistert und souverän bleibt, ängstlich kennt er kaum. Das schönste Geschenk aber für mich ist sein Vertrauen zu uns. Wenn er z.B. in seinem Bett schläft, alle vier Beine in die Luft gestreckt und mit wolligem Schmatzen vor sich hinträumt. Für mich ist das der grösste Beweis, dass mein Hund mir vertraut, weil er so völlig relaxt schläft, in Gewissheit, hier kann ihm nichts passieren. Nun ist Athos bereits 4 Jahre alt, er gibt uns sehr viel und bekommt unsere ganze Liebe.  Ich möchte ihn nicht an meiner Seite missen. Bruno wurde Ende Oktober 2018 frühpensioniert und wir freuten uns nun endlich auf viel Zeit, auf viele kleine und grosse Ausflüge zu dritt.  Allerdings sollte es ganz anders kommen: Athos war ja schon immer sehr anhänglich, aber im November 2018 erstaunte es mich doch sehr, wie extrem er plötzlich an mir „klebte“ es fiel mir auf, dass er mehr als sonst bei mir den Kopf auf die Beine legte und mich ansah mit seinen wunderschönen treuen Augen; als wenn er mir etwas mitteilen wollte. Ende November bekam ich erneut die Schock-Diagnose; der Krebs war zurück. Nun wurde mir klar, warum Athos so anhänglich war in den letzten Wochen. Er muss es gespürt haben. Ich weiss, dass Hunde Epilepsie bei den Menschen spüren, aber Krebs? Mir ging es nach der Diagnose sehr schlecht, ich war sehr traurig, aber meine beiden Männer waren für mich da. Athos spürte genau, dass nun ich „ihn“ brauchte. Er tröstete mich, indem er immer wieder zu mir lag, ganz vorsichtig und leise. Mitte Dezember wurde ich operiert, noch nie war ich so lange von Athos getrennt, er fehlte mir. Er schlief, während meines Spitalaufenthaltes in meinem leeren Zimmer. Als ich vom Spital nach Hause kam dachte ich, dass er mich wohl vor Freude umrennen würde. Ich bat Bruno aufzupassen, dass Athos nicht zu wild sein würde. Völlig umsonst, denn Athos spürte ganz genau, dass es mir nicht gut ging. Nach einem kurzen Begrüssungsritual, sass er ganz ruhig neben mich, legte seinen Kopf auf meine Beine, schaute mich an. Sein Blick sagte mir, nun bist du wieder bei mir, jetzt wird alles gut, ich pass auf dich auf. In den folgenden Wochen war er fast immer an meiner Seite. Mit Bruno tollte er herum, bei mir war er ganz ruhig und sanft. Auch als meine Chemotherapie begann wusste ich, dass ich mich auf ihn verlassen konnte. Nie war er mit mir ungeduldig, wenn’s mir nicht gut ging, ich keine Kraft hatte, mit ihm zu spielen. Wenn ich wegen der Chemo Schlafstörungen hatte und unruhig war, schlief er ganz ruhig und unbeirrt neben meinem Bett. Wenn ich x- Male nachts aufstehen musste, es störte ihn nicht. Aber wenn ich ein komisches Geräusch machte, oder etwas runterfiel, dann war er sofort zur Stelle, um mir zu zeigen, ich bin da... er gibt mir dann die Gegenstände auch wieder in die Hand. Er zieht sich für gewöhnlich zwischendurch ins obere Stockwerk in sein Hundebett zurück, um in Ruhe seinen Schlaf zu halten. Vor einigen Tagen fiel mir etwas runter, sofort stand Athos neben mir um zu schauen, was er helfen konnte. Als ich ihm sagte, dass alles okay 

sei, drehte er sich um und ging wieder nach oben um dort weiter zu schlafen. Ich musste schmunzeln und bin sehr glücklich, weil er mich immer versteht.  Athos ist für mich eine grosse Hilfe und ich bin dankbar, ihn an meiner Seite zu wissen. Er macht mir Mut, bringt mich zum Lachen. Er zeigt mir, dass auch diese Zeit vorbeigehen kann und ich mich wieder auf lange Spaziergänge freuen darf. Er lässt mich meine schwere Krankheit etwas besser verarbeiten. Seine Liebe und sein Vertrauen sind für mich sehr wichtig, gerade jetzt. Diese Lebensphase zeigt mir, dass ich mich auf meine „beiden Männer“ verlassen kann. Ich erfahre in dieser Zeit, wie wertvoll ein stabiles Umfeld ist. Ich begreife, dass nicht alle Menschen mit meiner Situation umgehen können. Aber ich merke auch wie schön es ist, wenn andere Menschen, bei welchen ich es am wenigsten erwartet habe, für mich da sind. Ein wahres Geschenk für mich, wie grossartig und bedingungslos die Liebe eines Hundes sein kann. Noch bin ich nicht fertig mit der Chemotherapie. Weitere zwei Monate liegen vor mir. Aber ich schaffe das, ich werde geliebt, von Mensch und Tier. Nun werden wir all die Ausflüge halt mit ein paar Monaten Verspätung unternehmen. Wir wollen dann die Zeit zu dritt einfach nur geniessen. Athos ist mein Herzenshund- ohne ihn hätte ich den Mut bestimmt verloren.  Nie werde ich ihn im Stich lassen, ich bin dankbar einen so tollen Hund zu haben. 

 

Katharina